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Meranflora 2004

Buddel- und Gartenarbeiten entlang der Sommerpromenade

Wer derzeit über die Sommerpromenade in die Meraner Altstadt spaziert, hat’s gemerkt:  Die Vorbereitungen zur internationalen Blumenschau sind voll im Gang: Gärtner und Techniker verwandeln das Gelände in eine riesige „Kulisse“. Ein Zwischenstand.

Ein wuchtiger Bambuspavillon als Empfangs- und Eintrittshalle, eine begehbare künstliche Insel im Passerbett, seltene Pflanzenkollektionen, Halbschattengewächse, Wasserspiele, Meditationsgärten orientalischer Art und Bambus in allen erdenklichen Variationen und Anwendungen... Die Meranflora, heuer auf der Sommer- und Gilfpromenade, verspricht sich selbst zu übertreffen, mit ihrem originellen Konzept und der Aufwertung von Meraner Schauplätzen. Bereits zum elften Mal stellt sie ihre Fähigkeit unter Beweis, sich thematisch und ästhetisch anzupassen an die jeweiligen Orte.

Bambus als Verbindungselement

Ein haushoher - 14 m hoher und 7 m breiter - Bambuspavillon wird den Haupteingang in die Meranflora 2004 auf der Postbrücke vor dem Sissi-Park erkennbar machen. Das beachtliche Hebelstabwerk, gänzlich ohne Nägel oder Schrauben gebaut, wurde von einer Studentengruppe um den Schweizer Architekten Werner Schmidt geplant und in Meran (auf dem Gelände der Stadtgärtnerei in Gratsch) verwirklicht. Die Idee zum Bambusobjekt stammt von Francesco Decembrini, dem künstlerischen Leiter der Meranflora, und wurde von Schmidt, Dozent an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Chur, prompt aufgegriffen und als Uni-Projekt realisiert. Dass Bambus sich als Baumaterial hervorragend eignet, haben die Organisatoren der Meranflora dem Fernen Osten „abgekupfert“, wo er in vielen Fällen Holz ersetzt und sich wegen der besonderen Spannkraft und Flexibilität und den vergleichsweise niedrigen Kosten bewährt hat.

Ebenfalls aus Bambus sind andere verbindende Teile im Parcours der Meranflora: eine Riesenschraube, die über die Passer gespannt wird, ein 10 m langer Tunnel, ein begehbarer Bambuswald und ein effektvoller „Vorhang“ vor der Gilfschlucht. Und Bambus ist nicht gleich Bambus. Dies zeigen die über 100 lebenden Bambusarten, die außerdem den Ausstellungsrahmen schmücken.

Pflanzen-Highlights

Das Gelände der Sommer- und Gilfpromenade liegt im Halbschatten. Diese schattenspendende Eigenart der beliebten Meraner Promenade wird durch die diesjährige Auswahl der Pflanzen in Szene gesetzt und ist regelrecht dafür geschaffen, landschaftliche und floreale Winkel des Rückzugs und der Meditation darzubieten. Für das erwartete Blütenmeer sorgen Zierkirsch- und Zierapfelbäume, Magnolien, Cornus-Kollektionen und vor allem die über 200 verschiedenen Pfingstrosensorten auf dem Hang unterm Steinernen Steg (von Frau Fuchs/Forst gesponsort), aber auch Beete mit Azaleen, Rhododendren, Geranien und natürlich Rosen vor der Sissi-Statue. Baumfarne und andere Grünpflanzen werden außerdem das Areal in eine fernöstliche Landschaft verwandeln.

Installationen und Besonderheiten

Auch im Flussbett wird fleißig gearbeitet: Über eine Holz- und Bambusbrücke erreicht man bereits jetzt eine künstliche Insel in der Passer, verwirklicht vom Landesamt für Wildbachverbauung. Der Zugang zum Wasser und eine Fotoausstellung über die wechselvolle Beziehung der Stadt zu ihrem Fluss werden hier thematisiert. Überhaupt wird das Element Wasser durch zahlreiche Wasserspiele und Nebel der orientalischen Gartenkunst eine Rolle spielen. Daneben arbeiten die Stadtgärtner an einen modernen Zen-Garten und einen vietnamesischen Regenwald und einige Meraner Gärtnereien planen ihre eigenen Oasen der Ruhe. Lebensgroße Pflanzen-Figuren werden in wenigen Tagen das Gelände bevölkern: eine Pandabären-Familie, ein Riesenschmetterling und ein Specht, Delphine und Kormorane.

Und mit einem Gast aus Übersee trumpfen die Organisatoren weiter auf: Die Gärtnerei von Manhattan (USA), vertreten durch ihren Chefgärtner Christopher Crowley, wird eine Ecke einer typischen New Yorker Gartenanlage samt Gartenbänke und Dekorationen nachbilden und die Projekte rund um die Neubegrünung des „Ground Zero“ fotografisch vorstellen, eine Erinnerung an die Opfer des 11. Septembers.

Ein neues Kleid für die Sommerpromenade

Der Standortwechsel gehört zur Philosophie der Veranstaltung. Eines der Ziele der Meranflora ist es nämlich, den betreffenden Ort aufzuwerten und – von Seiten der Gemeinde – notwendige Erneuerungs- bzw. Instandhaltungsarbeiten durchzuführen. In den letzten Wochen und Monaten wurden darum auf der Sommerpromenade Mauern gestützt und teilweise neu errichtet, Pflasterungen und Rinnsale an den Wegen renoviert, Geländer einheitlich gestrichen und eine Beleuchtung angebracht, mit dem von den Stadtwerken erhaltenen Bestand der „alten“ Straßenlampen der Kurstadt.