30 Jahre Meranojazz: Festkonzert am 18. Juli im Stadttheater

Heute Vormittag (10. Juli) wurde im Hotel Aurora das Programm der 30. Ausgabe von Meranojazz vorgestellt. Das Festival bereichert seit drei Jahrzehnten das kulturelle Angebot der Stadt mit hochkarätigen Konzerten, die der afroamerikanischen Musik und der Improvisation gewidmet sind.

Veröffentlichungsdatum:

10.07.2026

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Heute Vormittag (10. Juli) wurde im Hotel Aurora das Programm der 30. Ausgabe von Meranojazz vorgestellt. Das Festival bereichert seit drei Jahrzehnten das kulturelle Angebot der Stadt mit hochkarätigen Konzerten, die der afroamerikanischen Musik und der Improvisation gewidmet sind.

Costanzo und KontschiederKulturreferentin Antonella Costanzo und Ewald Kontschieder, zusammen mit Franco D'Andrea und Matteo Scalchi künstlerischer Leiter der Jazz-Akademie.Das Jahr 2026 ist ein besonders bedeutendes Jahr für die Geschichte des Jazz: Es markiert den hundertsten Geburtstag zweier großer Musiker – Miles Davis und John Coltrane. Beide waren prägende Persönlichkeiten und Wegbereiter des zeitgenössischen Jazz, unerschöpfliche Quellen von Ideen und Innovationen, die bis heute jene inspirieren, die sich dieser Musik und der Improvisation widmen. Es ist eine sympathische Konstellation, denn auch für Meranojazz ist 2026 ein wichtiges Jahr: Gefeiert werden das 30-jährige Bestehen des Festivals sowie das 25-jährige der Academy. Und damit nicht genug: In diesem Jahr hat der Meraner Franco D’Andrea, Musiker von internationalem Rang, seine 85. Geburtstagskerze angezündet.

„Meranojazz – organisiert vom Verein Muspilli gemeinsam mit der Gemeinde Meran – ist weit mehr als nur ein Festival: Es ist ein Ort der Begegnung, der Weiterentwicklung und des Dialogs zwischen verschiedenen Kulturen und Generationen. Die Feier der 30. Ausgabe bedeutet, ein musikalisches Erbe zu würdigen, das der gesamten Gemeinschaft gehört, und die Rolle von Meran als offene und kulturell dynamische Stadt zu stärken“, betonte die Kulturreferentin Antonella Costanzo.

„Was diesen Weg noch bedeutungsvoller macht“, so Costanzo weiter, „ist die gefestigte und mittlerweile untrennbare Verbindung zwischen Meranojazz und der Mitteleuropäischen Jazzakademie, die vor 25 Jahren gegründet wurde und sich im Laufe der Zeit als Musikwerkstatt von internationalem Rang etabliert hat. Die Akademie ist in der Tat ein Bezugspunkt für Ausbildung, künstlerischen Austausch und Ausdrucksforschung und trägt dazu bei, die Entwicklungsmöglichkeiten für junge Musikerinnen und Musiker aus verschiedenen Ländern zu bereichern und einen wertvollen kulturellen Austausch zu fördern. Die Synergie zwischen Festival und Akademie stärkt die Identität von Meran als Schnittstelle für Kreativität, Innovation und internationalen Dialog sowie als Stadt, die es versteht, die Förderung künstlerischer Spitzenleistungen mit Investitionen in die nächste Generation zu verbinden.“

Eine Reihe von Initiativen werden diese Jubiläen in der Passerstadt begleiten: In den Tagen von 11. bis 19. Juli, in denen MeranOJazz stattfindet, ist neben den üblichen Terminen des Festivals und der Academy ein Spezialprogramm geplant, das unter anderem im Vorfeld Kompositionsaufträge an Musiker der Region vorsah.

Der Höhepunkt ist ein Festkonzert am 18. Juli um 21 Uhr im Stadttheater – eine Hommage an Meran und an Franco D’Andrea, dessen Masterclasses seit Jahrzehnten eine starke Anziehungskraft auf die Studierenden der Jazz Academy ausüben und einen wichtigen Bestandteil seiner künstlerischen Tätigkeit darstellen. Bei der Gala im Stadttheater werden Uraufführungen zu hören sein, mit Originalkompositionen von Stefano Colpi, Giulio Ferraro, Michele Giro, Andreas Marinello und Andrea Ruocco. Bereits ab 17.30 Uhr eröffnen die Ensembles der Jazz Academy den Abend mit ihren Abschlusskonzerten.

Die Konzerte von Meranojazz

Wie bereits seit einigen Jahren üblich, finden die internationalen Konzerte im KiMM in Meran/Untermais statt, heuer von Mittwoch, 15., bis Freitag, 17. Juli. Zu den Protagonisten zählen Musiker, die bereits die Bühne von MeranOjazz betreten haben – Kurt Rosenwinkel, Franco D’Andrea, Roberto Gatto – aber auch das junge  außerordentliche Talent und bereits international hochgeschätzt: der Altsaxophonist Immanuel Wilkins.

WilkinsBeim jährlichen Referendum der US-Zeitschrift Down Beat wurde Immanuel Wilkins vor zwei Jahren in drei Kategorien auf Platz eins gewählt: bester Altsaxophonist, bester aufstrebender Komponist, bestes aufstrebendes Jazzensemble.15. Juli – Immanuel Wilkins Quartet - Der erste Konzerttermin, Mittwoch, 15. Juli, 21 Uhr, präsentiert das Quartett von Wilkins, nahezu in derselben Formation (nur der Schlagzeuger ist neu), die heuer bei der renommierten Plattenfirma Blue Note eine dreibändige Live-Aufnahme aus dem berühmten Village Vanguard in New York veröffentlicht hat. Wilkins gelingt es, die Aufmerksamkeit des erfahrenen Publikums mit dem Geschmack der jungen Generation zu verbinden. Seine kommunikative Kraft, gespeist von hochenergetischer Spannung, findet breite Zustimmung und knüpft tief an Wurzeln des zeitgenössischen Jazz an – insbesondere an die spirituellen Impulse, deren große Meister John und Alice Coltrane waren. Beim jährlichen Referendum der US-Zeitschrift Down Beat wurde Wilkins vor zwei Jahren in drei Kategorien auf Platz eins gewählt: bester Altsaxophonist, bester aufstrebender Komponist, bestes aufstrebendes Jazzensemble.

16. Juli – Franco D’Andrea Trio - Am Donnerstag, 16. Juli, steht das Trio von Franco D’Andrea auf der Bühne des KiMM. Der Pianist bringt es selbst auf den Punkt: „In meiner musikalischen Laufbahn ist es zum ersten Mal ein Trio, das an einem Projekt arbeitet, an einer Idee, die sich mit der Zeit entwickelt. Wir haben eine tiefe Übereinstimmung und ein umfassendes Zusammenspiel erreicht. Ich könnte mir nichts Besseres wünschen.“ Das Repertoire besteht aus Stücken, die zur DNA D’Andreas gehören: Jazzklassiker und Originalwerke, die er im Laufe seiner Karriere immer wieder erforscht und ausgelotet hat. Die Synergie mit zwei großen Musikern wie Roberto Gatto (Schlagzeug) und Emanuele Evangelista (Kontrabass) ist außergewöhnlich.

17. Juli – Kurt Rosenwinkel „The Remedy“ - Der dritte Termin im KiMM ist das Quintett „The Remedy“, geleitet von Kurt Rosenwinkel, am Freitag, 17. Juli. Rosenwinkel, stilprägender Gitarrist seiner Generation, vielseitig und offen für Innovationen aus Rock und Hip-Hop, geprägt von starkem melodischem Impuls und origineller harmonischer Handschrift, hatte bereits 2006 ein Doppelalbum mit dieser Gruppe herausgebracht – live aufgenommen im Village Vanguard. Zwanzig Jahre später entzündet nun dieselbe Funkenkraft erneut ein kreatives Feuer. Neben Rosenwinkels Gitarre stehen Mark Turner (Tenorsaxophon), Aaron Goldberg (Klavier) und Joe Martin (Kontrabass) – herausragende Persönlichkeiten des heutigen Jazz. Am Schlagzeug: Jeff „Tain“ Watts, bekannt durch seine Arbeit mit Wynton Marsalis, Greg Osby, Joey Calderazzo, Michael Brecker.

19. Juli – Michael Küttner - Ergänzend dazu kehrt der deutsche Schlagzeuger Michael Küttner, mehrfach Lehrer bei Meranojazz, mit seinem Quartet "Undetected Crime" nach Meran zurück. Er wird auch ein öffentliches rhythmisches Meeting für die Jazzakademie zum Abschluss am Sonntag.19. Juli geben. An seiner Seite drei herausragende Musiker Hugo Read (Saxofon), Frederik Köster (Trompete) und Matthias Akeo Nowak am Sonntag, 19. Juli, 20.30 Uhr, Club Est Ovest.

Kulturaustausch und Synergie der Angebote

Der Austausch zwischen verschiedenen geografischen und sprachlichen Kulturen gehört seit jeher zu den großen Stärken von Meranojazz und seiner Akademie. Lehrende aus vielen Teilen der Welt – aus europäischen wie außereuropäischen Regionen – prägen die pädagogische Arbeit und erweitern den Horizont der Teilnehmenden.

Damit diese Offenheit lebendig bleibt, muss sie immer wieder neu gepflegt und als Chance für Dialog und Beziehung verstanden werden. Musik als Zuhören und Musik als Bildungsarbeit: Diese wirksame Idee durchzieht sowohl das Konzertprogramm als auch die Akademie - ohne Zweifel eines der besonderen Kennzeichen von MeranOjazz.

Die künstlerische Leitung des Konzertprogramms und jene der Academy liegt wie in den vergangenen Jahren in den Händen von Vincenzo Costa für das Festival, Franco D’Andrea, Ewald Kontschieder und Matteo Scalchi für Kurse der Akademie. Seit geraumer Zeit arbeiten beide Bereiche des Festivals noch enger zusammen.

Publikation zum Jubiläumsjahr

Die Konzert- und Lehrtätigkeit von MeranOjazz wird in diesem Jahr durch eine Publikation gewürdigt: „Summertime in Jazz – 30 Years Meranojazz“, ein über hundert Seiten umfassendes Büchlein, das diese Erfahrung durch Stimmen von Protagonist*innen und Gründer*innen nachzeichnet – ergänzt durch Essays zur europäischen Jazzmusik, zu regionalen Szenen und stilistischen Besonderheiten von Franco D’Andrea. Das Ganze wird von einer umfangreichen fotografischen Dokumentation begleitet.

MeranoJazz Academy

Die Workshops und Masterclasses werden wie immer von erfahrenen Musikerinnen und Musikern geleitet, die pädagogisch mit Lernenden aller Altersstufen und Niveaus arbeiten. Besonders zahlreich sind heuer die Masterclass-Lehrenden, da viele der Konzertprotagonisten selbst unterrichten: Neben der traditionellen Masterclass von Franco D’Andrea gibt es jene von Kurt Rosenwinkel, Immanuel Wilkins, Aaron Goldberg, Mark Turner und Roberto Gatto.

Zu den neuen Instrumentaldozentinnen und -dozenten zählen die armenische Trompeterin Angela Avetysian, der ungarische Pianist Mátyás Bartha, der französische Saxophonist und Klarinettist Matthieu Bordenave, die Italiener Marco Bolfelli (Gitarre) und Francesca Bertazzo Hart (Gesang) sowie der Berliner Kontrabassist Matthias Akeo Nowak.

Wichtig bleibt wie immer der Bereich „Teens’ Corner“, die Kurse für Kinder und Jugendliche (ab ca. 9–10 Jahren), die unter der Leitung spezialisierter Lehrkräfte die Möglichkeit haben, sich im Ensemble der Musik und der Kunst der Improvisation zu nähern. Die Masterclass von D’Andrea widmet sich heuer dem Thema „Three Bars Cycles and More“: Es werden Stücke mit atypischen Strukturen behandelt, etwa solche, die auf Fünfer- oder Dreierzyklen basieren. Ziel ist es, die Teilnehmenden mit diesen selteneren Modellen vertraut zu machen.

Unterstützung und Partnerschaften

Die mehrsprachige interkulturelle Musikveranstaltung wird vom Verein Muspilli gemeinsam mit der Gemeinde Meran organisiert und hauptsächlich von der Autonomen Provinz Bozen/Südtirol – Amt für Kultur unterstützt - außerdem von der Gemeinde Meran, der Region Trentino-Südtirol, der Stiftung Südtiroler Sparkasse, der Südtiroler Sparkasse sowie der Raiffeisenkasse Meran.

Der Verein Muspilli arbeitet bei der Organisation unter anderem mit den Südtiroler Musikschulen zusammen, insbesondere mit der Musikschule Meran, sowie mit der Technologischen Fachoberschule, dem Theater in der Altstadt, dem Hotel Therme, dem Ost West Club Est Ovest. Ein wichtiger Partner ist das Hotel Aurora.

Anmeldungen und Informationen unter www.meranojazz.it oder unter der Telefonnummer 348 7933 930 oder Büro +39 333 446 4914.

Tickets

Die Konzerte im KiMM-Theater sind kostenpflichtig. Reservierungen unter www.meranojazz.it. Pressekontakte: Giuseppe Segala, Tel. +39 329 6683654 - Ewald Kontschieder, Tel. +39 348 7933930

FOTO (Costanzo+ Kontschieder)

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Zuletzt aktualisiert: 13.07.2026, 12:43 Uhr

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