Lebenswerte Zukunft: Meran setzt auf artenreiche Grünflächen

Die Gemeindeverwaltung, die kürzlich – auch dank des Projekts JUSTNature – den Preis „Città del Verde 2026“ gewonnen hat, lädt die Bürgerinnen und Bürger dazu ein, Meran noch grüner und bunter zu gestalten. Im April startet eine großangelegte Plakattkampagne, um die Bevölkerung für eine naturnahe Gestaltung privater Freiflächen im Sinne einer größeren Artenvielfalt zu sensibilisieren. Ein kostenloser Praxi-Ratgeber ist ebenfalls erhältlich.

Veröffentlichungsdatum:

25.03.2026

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4 Minuten

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Beschreibung

Die Gemeindeverwaltung, die kürzlich – auch dank des Projekts JUSTNature – den Preis „Città del Verde 2026“ gewonnen hat, lädt die Bürgerinnen und Bürger dazu ein, Meran noch grüner und bunter zu gestalten. Im April startet eine großangelegte Plakattkampagne, um die Bevölkerung für eine naturnahe Gestaltung privater Freiflächen im Sinne einer größeren Artenvielfalt zu sensibilisieren. Ein kostenloser Praxi-Ratgeber ist ebenfalls erhältlich.

„Biodiversität ist entscheidend für eine lebenswerte Zukunft. Die Vielfalt an Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen sowie die Vielfalt ihrer Lebensräume – ist eine zentrale Grundlage stabiler Ökosysteme. Intakte, artenreiche Grünräume reinigen die Luft, binden CO₂, verbessern das Stadtklima und fördern nachweislich das körperliche und seelische Wohlbefinden der Bevölkerung. In Meran wirkt sich der Schutz der biologischen Vielfalt nicht nur auf das ökologische Gleichgewicht aus, sondern trägt wesentlich zur Lebensqualität einer wachsenden Kurstadt bei, die stark vom Zusammenspiel von Natur, Mensch und urbanem Raum geprägt ist. Mit der Plakatkampagne, die im April gestartet wird, wollen wir die Bevölkerung für naturnahe Gestaltung auf privaten Flächen sensibilisieren. Die Aktion soll niederschwellig daran erinnern, dass jede und jeder im Rahmen der eigenen Möglichkeiten unsere Zukunft positiv beeinflussen kann. Viele kleine Gesten – ein insektenfreundlicher Garten, ein blühender Balkon, der Verzicht auf Pestizide oder der Schutz eines alten Baumes – ergeben zusammen eine große Wirkung“ betont Umweltreferentin Antonella Costanzo.

GruppenfotoVon links: Umweltreferentin Antonella Costanzo, Anni Schwarz von der Dienststelle Grünanlagen und Umwelt, die Koordinatorin des EU- Projektes JUSTNature und Vizebürgermeister Nerio Zaccaria.Begleitend zur Plakatkampagne wurde auch - in Zusammenarbeit mit der Laimburg - ein neuer Praxis-Ratgeber vorbereitet, der digital und in Papierformat erhältlich ist. Der Ratgeber kann auch direkt über den auf den Plakaten abgedruckten QR Code aufgerufen werden. Dadurch sollen Bürgerinnen und Bürger dabei unterstützt werden, Artenschutz im Alltag unkompliziert umzusetzen und private Grünflächen zu wertvollen Lebensräumen zu machen.

„In Meran stehen rund 8.000 öffentliche Bäume, die das Stadtbild prägen und zentrale Funktionen für das Mikroklima übernehmen. Noch bemerkenswerter ist jedoch die enorme Anzahl an Bäumen in den privaten Gärten und auf Innenhöfen: Es gibt dort ganze 38.000 Exemplare. Diese privaten Bäume sind ein essenzieller Teil der urbanen Biodiversität – sie vernetzen Lebensräume, spenden Schatten, kühlen Straßenräume und bieten unzähligen Tierarten Nahrung und Schutz“, erklärt Costanzo. „Ihre Pflege und ihr Schutz sind daher genauso wichtig wie die Betreuung des öffentlichen Baumbestandes. Nur wenn öffentliche und private Baumstrukturen zusammenwirken, entsteht ein funktionierendes grünes Netzwerk, das die Stadt widerstandsfähig gegen Hitze, Trockenheit und extreme Wetterereignisse macht. Besonders ältere Bäume, ob öffentlich oder privat, leisten einen unschätzbaren Beitrag: Ihre Kühlleistung, CO₂-Speicherkapazität und ökologische Vielfalt lassen sich durch Neupflanzungen kurzfristig nicht ersetzen“, so Costanzo.

„Die Plakatkampagne versteht sich auch als Abschlussaktion des EU-finanzierten Projekts JUSTNature. Im Rahmen dieses Projektes wurden mehrere innovative Maßnahmen umgesetzt. Unter anderem wurde eine vernachlässigte Grünfläche am Winkelweg zu einem Anschauungsgarten mit Trockensträuchern, Wildblumenwiese, öffentlichen Hochbeeten und einer Kühloase umgestaltet. Weiters wurden alle großen Bäume der Stadt digital erfasst und Temperatursensoren im gesamten Stadtgebiet installiert. Diese können bei potentiellen Hitzeinseln in Echtzeit abgefragt werden. Zudem wurden mehrere Leitlinien zu Grün und Biodiversität erarbeitet“, erklärt Ingenieurin Ruth Lochmann, die zusammen mit dem Landschaftsarchitekten Andrea Balestrini fachlich die Meraner Stadtverwaltung im Rahmen des Projekts JUSTNature begleitet hat.

„Die Stadt Meran hat zudem eine Vorreiterrolle übernommen, indem sie in Bauprojekten eine Mindestanzahl sogenannter „Nature Based Solutions“ – naturbasierter Maßnahmen – vorschreibt. Je nach Größe und Lage des Grundstücks wird nämlich eine Mindestpunktzahl für die ökologische Funktionalität festgelegt, die das vorgelegte Projekt erreichen muss. Diese Vorgabe sorgt dafür, dass Projektant*innen bereits in der Planungsphase eine ganze Reihe von Maßnahmen gebührend berücksichtigen müssen, wie zum Beispiel die Anpflanzung von Hochstammbäumen und artenreichen Hecken, die Errichtung von Gründächern, auch in Kombination mit Photovoltaikanlagen, die vertikale Begrünung karger Hausmauern (eine ideale Lösung in dicht bebauten Stadtvierteln, wo oft wenig Platz für Grünflächen zur Verfügung steht). Im Rahmen des JUSTNature-Projekts wurden zu diesem Zweck Leitlinien erstellt, und das Konzept stieß bei Städten im In- und Ausland auf großes Interesse“, betont Anni Schwarz vom Amt für Grünflächen und Umwelt. Sie hat die vom Biologen Mauro Tomasi entwickelten ökologischen Funktionsindex koordiniert.

Der Hitzestress durch den Klimawandel und viele intensiv bewirtschaftete landwirtschaftliche Flächen rund um Meran, die oft äußerst strukturarm sind und wenig wertvollen Lebensraum für Tiere und Pflanzen bieten, stellen für die lokale Flora und Fauna eine große Herausforderung dar. Umso wichtiger sind Grünkorridore, wilde Ecken und autochtone artenreiche Bepflanzungen in den Siedlungsgebieten. Gerade hier kann im eigenen Garten, auf dem eigenen Balkon, viel zur Artenvielfalt beigetragen werden. Um Meran auch für die Menschen weiter lebenswert zu erhalten, sind vor allem die großen Bäume von größter Bedeutung. Nichts kann den Wert und den sommerlichen Kühleffekt eines großen Baumes ersetzen. Die Pflege und der Erhalt eines jeden großen Baumes ist wesentlich und hier tragen viele Bürger und Bürgerinnen ganz erheblich dazu bei, die eigene Stadt schöner und lebenswerter zu gestalten.

FOTOS

Gruppenfoto

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Kontakt

Dienststelle für Grünanlagen und Umwelt

ALOIS-KUPERION-STRASSE 17, 39012 MERAN+39 0473 427820

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Zuletzt aktualisiert: 25.03.2026, 11:38 Uhr

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