Legionellenprävention: das Meraner Modell

Heute Vormittag wurde im Rahmen einer Pressekonferenz das von einer eigens eingerichteten Arbeitsgruppe entwickelte Programm zur Legionellenprävention vorgestellt. Eine Investition von über einer halben Million Euro dient dem Schutz der Nutzer*innen und Mitarbeiter*innen der kommunalen Einrichtungen.

Veröffentlichungsdatum:

05.08.2026

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Heute Vormittag wurde im Rahmen einer Pressekonferenz das von einer eigens eingerichteten Arbeitsgruppe entwickelte Programm zur Legionellenprävention vorgestellt. Eine Investition von über einer halben Million Euro dient dem Schutz der Nutzer*innen und Mitarbeiter*innen der kommunalen Einrichtungen.

GruppenfotoVon links: Jari Cecchini, Christoph Mitterhofer, Nikolaus Mittermair, Lisa Balzano und Andrea Peluso.Heute Vormittag wurde im Rahmen einer Pressekonferenz das von einer eigens eingerichteten Arbeitsgruppe entwickelte Programm zur Legionellenprävention vorgestellt. Eine Investition von über einer halben Million Euro dient dem Schutz der Nutzer*innen und Mitarbeiter*innen der kommunalen Einrichtungen.

Seit 2024 hat die Stadt Meran ein umfassendes Programm zur Prävention und zum Management des Legionellenrisikos eingeführt, das sich inzwischen zu einem strukturierten organisatorischen und technischen Modell auf lokaler Ebene entwickelt hat. In etwas mehr als zwei Jahren wurden 48 Risikobewertungsdokumente erstellt, jährlich etwa 400 mikrobiologische Probenahmen durchgeführt und Maßnahmen zur Anpassung der Anlagen im Wert von über 510.000 Euro umgesetzt.

„Ziel ist es, die Wassersicherheit in Schulen, Senioreneinrichtungen, Sportanlagen und kommunalen Gebäuden zu gewährleisten und dabei von einem Notfallmanagement zu einer permanenten und planmäßigen Risikokontrolle überzugehen. Das Projekt (siehe Präsentation) basiert auf einem integrierten Ansatz, der Überwachung, technologische Innovation, vorbeugende Instandhaltung und eine klare Definition der Zuständigkeiten vereint“, betonte Stadtrat Christoph Mitterhofer.

Die Arbeitsgruppe zur Legionellenprävention setzt sich wie folgt zusammen:

  • Dr. Nikolaus Mittermair, Leiter des Amtes für Straßen und Infrastruktur, dem der Dienst für Prävention und Schutz angegliedert ist;
  • Dr. Paolo Gasperi, Leiter des Dienstes für Prävention und Schutz (RSPP);
  • das Büro Calmer, vertreten durch Dr.in Lisa Balzano und Ingenieur Andrea Peluso, die von 2024 bis 2026 gemäß Artikel 271 des Gesetzesdekrets 81/2008 als Verantwortliche für das Legionellenrisiko beauftragt sind;
  • der Dienst für Bauerhaltung und städtischer Bauhof, vertreten durch Dienstleiter, Geometer Jari Cecchini und den Leiter der technischen Anlagen, Fachingeniuer Markus Fischer.

48 bewertete und überwachte Einrichtungen: Im Zeitraum 2024–2026 wurden 48 Legionellen-Risikobewertungsdokumente (DVRL) fertiggestellt, die Schulen, Kindergärten, Sportanlagen, Seniorenheime, Verwaltungsgebäude und historische kommunale Einrichtungen betreffen. Dazu gehören das Zentrum VITA, Villa Maia, Villa Litauen, der Sportplatz Combi, die neue Schule Giovanni XXIII in Sinich, die Grundschule Galilei, das Rathaus, das Palais Mamming, die Stadtbibliothek und die Landesfürstliche Burg.

Technische Maßnahmen und kontinuierliche Prävention: Die Maßnahmen betrafen den gesamten Lebenszyklus der Wasserversorgungsanlagen: vom Austausch alter Warmwasserspeicher durch hocheffiziente Durchlauferhitzer über die Erneuerung der Rohrleitungen und Umwälzsysteme bis hin zur Installation elektronischer Wasserhähne mit automatischer Spülung sowie moderner Wasseraufbereitungs- und Desinfektionssysteme mittels UV-Strahlung, automatisierter Thermoschocks und kontrollierter Dosierung von Desinfektionsmitteln. Parallel dazu wurden dauerhafte Protokolle zur vorbeugenden Wartung, spezifische Verfahren für die Wiedereröffnung der Schulen nach Schließungsphasen, planmäßige Spülungen sowie regelmäßige operative Besprechungen zwischen Technikern, Wartungspersonal und Analyselabors eingeführt.

Über die Sicherheit hinaus: strukturiertes Risikomanagement: Die Investition hat nicht nur technische Vorteile gebracht. Den in der Präsentation dargestellten Daten zufolge hat das neue System eine deutliche Reduzierung der mikrobiologischen Befunde, eine bessere Planung der Maßnahmen, eine Eindämmung der Notfallkosten und eine Steigerung der Energieeffizienz der Anlagen ermöglicht. Der Großteil der Mittel, nämlich 48 % der Gesamtsumme, floss in Schulen, gefolgt von Sportanlagen (25 %), Sozial- und Senioreneinrichtungen (20 %) sowie Kasernen (7 %).

„Das Legionellen-Risikomanagement darf sich nicht auf gelegentliche Maßnahmen beschränken. Das in Meran entwickelte Modell basiert auf Prävention, kontinuierlicher Überwachung und klaren operativen Zuständigkeiten. Heute verfügen wir über bewährte Verfahren, die es ermöglichen, zeitnah und dokumentiert einzugreifen und so hohe Sicherheitsstandards in den kommunalen Einrichtungen zu gewährleisten“, betont Nikolaus Mittermair.

„Dank der Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Technikern, Wartungspersonal und externen Spezialisten ist es uns gelungen, einen potenziellen Risikofaktor in einen ständig kontrollierten und messbaren Prozess umzuwandeln“, hebt Paolo Gasperi hervor.

Vom Risiko zur Organisation: Einer der innovativsten Aspekte des Projekts betrifft die Schaffung einer echten Risikosteuerung. Heute verfügt die Gemeindeverwaltung für ihren Immobilienbestand über standardisierte Verfahren, klar definierte Zuständigkeiten und eine eindeutige Entscheidungskette, die es ermöglicht zu wissen, wer wann und auf der Grundlage welcher analytischen Erkenntnisse eingreifen muss. Legionellen werden nicht mehr als unvorhersehbarer Notfall behandelt, sondern als ein Parameter, der strukturiert überwacht und gesteuert wird.

Die nächsten Herausforderungen: „Die Gemeinde“, erklärt Stadtrat Christoph Mitterhofer, „beabsichtigt, diesen Weg fortzusetzen, indem sie die Überwachungsmaßnahmen aufrechterhält, das Personal weiterbildet, die veralteten Anlagen schrittweise modernisiert und die Analysen auf weitere kommunale Einrichtungen ausweitet, darunter einige Kasernen, den Sitz des Zivilschutzes, den Kindergarten im Winkelweg und die Grundschule Pascoli. Ziel ist es, ein Modell zu festigen, das die Gesundheit von Kindern, älteren Menschen, Gemeindemitarbeiter*innen und Nutzer*innen öffentlicher Dienstleistungen schützt und gleichzeitig zur Erhaltung des kommunalen Immobilienbestands sowie zu einer effizienten Verwendung öffentlicher Ressourcen beiträgt.“

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Zuletzt aktualisiert: 05.08.2026, 11:47 Uhr

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