In diesem Jahr feierte die Stadt Meran den Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus und Faschismus erstmals nicht nur mit den traditionellen Gedenkfeiern, sondern auch mit einem vielfältigen Programm an Veranstaltungen, die darauf abzielten, die Bevölkerung aktiv einzubeziehen und die gemeinsamen Momente des Nachdenkens über die Bedeutung dieses Gedenktages zu vertiefen.
Am frühen Samstagnachmittag veranstaltete die Associazione Nazionale Partigiani d’Italia (ANPI) in der Sparkassenstraße eine öffentliche Debatte zum Thema Widerstand. Zu den traditionellen Gedenkfeiern auf dem Friedhof in der St.-Josef-Straße, die am 25. April stattfanden (siehe eigene Pressemitteilung), und zur Zeremonie an der Gedenktafel für die Gefallenen auf der Theaterplatz (die für den 30. April um 11 Uhr geplant ist), gesellte sich nämlich ein Kalender mit kulturellen, musikalischen und historisch vertiefenden Veranstaltungen, die am Tag der Befreiung verschiedene Orte der Stadt belebten.
Der Vormittag des 25. April begann mit einer Matinee im Ost West Club, der seine Türen für die Bürger*innen öffnete, um gemeinsam zu feiern, Musik zu hören und Gemeinschaft zu erleben. Zum ersten Mal hat der Verein eine Zusammenarbeit mit anderen lokalen Einrichtungen – ANPI Meran und Coworking della Memoria – ins Leben gerufen, mit dem Ziel, ein kollektives Bewusstsein für die Werte und die Bedeutung des Nationalfeiertags zu stärken. Auf der Veranda des Ost West Club präsentierten Marcello Fera, Daniel Faranna und Mauro Lazzaretto, begleitet von der Erzählstimme von Johanna Porcheddu, das „Canzoniere partigiano“, eine musikalische und erzählerische Reise, inspiriert vom Widerstand als Werkstatt der Freiheit. Im Laufe des Vormittags berichteten einige junge Frauen und Männer zudem von ihren Erfahrungen mit der „Reise der Erinnerung“ im Rahmen des Projekts Promemoria Auschwitz. Anschließend sorgte das DJ-Set von DJ Kid Charlemagne mit der Musikauswahl „The Resistenza Collection“ für eine Atmosphäre der Teilhabe und Geselligkeit. Während der Veranstaltung wurden auch Gedanken und Reflexionen zum Thema Freiheit gesammelt, die anschließend als kollektives Zeugnis ausgestellt wurden.
Den öffentlichen Raum „besetzen“, um über die Befreiung zu sprechen: kein Slogan, sondern eine konkrete, notwendige Aktion. Diese Überlegung stand der Initiative der ANPI zugrunde. Am frühen Samstagnachmittag veranstaltete die Associazione Nazionale Partigiani d’Italia (ANPI) in der Sparkassenstraße eine öffentliche Debatte zum Thema Widerstand. Expertinnen und Experten rekonstruierten den historischen Kontext der Partisanenbewegung, stellten Verbindungen zu aktuellen Themen her und beantworteten Fragen aus dem Publikum. Die Veranstaltung wurde schließlich durch Lesungen von Texten über den Widerstand bereichert, die an die Werte des Mutes, des Bürgersinns und des Engagements für Freiheit und Demokratie erinnerten.
Ab 14 Uhr wurden die Feierlichkeiten im Park’O in der Innerhoferstraße mit einem großen Fest bei freiem Eintritt fortgesetzt, das von Musik, kulinarischen Angeboten und Attraktionen für Groß und Klein geprägt war. Die Initiative wurde vom Coworking della Memoria, der Gewerkschaftsorganisation SGB/CISL, von Fisascat und vom Kollektiv EL:SA organisiert und bot den Bürger*innen einen Moment der Begegnung und des Austauschs im Zeichen der Werte der Befreiung.
„Mit diesem breit angelegten Programm wollten wir die Bedeutung des 25. April neu beleben, das historische Gedächtnis stärken und eine breite und bewusste Teilhabe an den Grundwerten der Republik und des demokratischen Zusammenlebens fördern. Wir sind sehr zufrieden mit der Resonanz und der Beteiligung, die bei allen Initiativen zu verzeichnen waren. Die Reaktion der Bürger*innen zeigt, wie groß der Bedarf an gemeinsamen Momenten der Reflexion, der Begegnung und der Vertiefung der Werte von Freiheit und Demokratie nach wie vor ist. Ein herzlicher Dank gilt den Vereinen, die dieses Programm ins Leben gerufen haben und eng mit dem Kulturamt der Gemeinde zusammengearbeitet haben: Ihr Engagement und ihre Fähigkeit zur Vernetzung haben ein vielschichtiges und bedeutendes Projekt ermöglicht, das verschiedene Zielgruppen anspricht“, betont Kulturstadträtin Antonella Costanzo.
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