Sinich: Einheitliche Verwaltung für die Reinigung der Kanäle

Kürzlich fand im Meraner Rathaus eine Koordinierungssitzung statt, die sich mit dem Zustand der Entwässerungs- und Trockenlegungsnetze in Sinich sowie mit der Festlegung eines umfassenden Programms für deren Instandhaltung und Reinigung befasste. Das Treffen stellte einen weiteren konkreten Schritt hin zur Schaffung eines besser koordinierten Verwaltungssystems dar, das sowohl auf die aktuelle Situation als auch auf die künftige Ausgestaltung des Netzes im Hinblick auf die geplanten Maßnahmen abgestimmt ist.

Veröffentlichungsdatum:

19.05.2026

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Kürzlich fand im Meraner Rathaus eine Koordinierungssitzung statt, die sich mit dem Zustand der Entwässerungs- und Trockenlegungsnetze in Sinich sowie mit der Festlegung eines umfassenden Programms für deren Instandhaltung und Reinigung befasste. Das Treffen stellte einen weiteren konkreten Schritt hin zur Schaffung eines besser koordinierten Verwaltungssystems dar, das sowohl auf die aktuelle Situation als auch auf die künftige Ausgestaltung des Netzes im Hinblick auf die geplanten Maßnahmen abgestimmt ist.

An der Sitzung, die vom Vizebürgermeister Nerio Zaccaria und vom Gemeinderat Tommaso Cortellessa koordiniert wurde, nahmen Ingenieur Corrado Lucarelli vom Büro Patscheider & Partner, Geologe Ambrogio Dessì, Ingenieur Michael Riedl vom Büro Kauer, der mit der Planung der Pumpstation beauftragt ist, sowie die verantwortlichen Techniker der Stadtwerke, der Agentur für Landesdomäne, des zuständigen Landesamtes für Wildbach- und Lawinenverbauung Süd der Agentur für Bevölkerungsschutz sowie des Bonifizierungskonsortiums Passer-Eisack-Mündung teil.

GruppenfotoVon links: Ingenieur Corrado Lucarelli, Vizebürgermeister Nerio Zaccaria und Ratsmitglied Tommaso Cortellessa.Im Laufe des Treffens wurde Einigkeit darüber erzielt, dass die derzeitige Zersplitterung bei der Verwaltung der Kanäle und der Entwässerungsanlagen überwunden werden muss, indem ein Weg zur Festlegung eines neuen einheitlichen Governance-Modells eingeschlagen wird.

„Unser Endziel ist es, über einen gemeinsamen Instandhaltungsplan zu verfügen, um eine moderne, koordinierte und nachhaltige Verwaltung des Entwässerungsnetzes zu gewährleisten, die den aktuellen Problemen und den zukünftigen Herausforderungen des Gebiets gerecht wird. Das derzeitige System der Kanalinstandhaltung weist nämlich eine starke Zersplitterung der Zuständigkeiten zwischen verschiedenen Behörden auf, wobei die Tätigkeiten oft nicht vollständig koordiniert durchgeführt werden. Aus diesem Grund wurde die Notwendigkeit bekräftigt, einen vorläufigen Instandhaltungsplan zu erstellen, der die aktuellen und zukünftigen Zuständigkeiten, die operativen Modalitäten der Maßnahmen, die Häufigkeit der Reinigungs- und Inspektionsarbeiten sowie die Verantwortlichkeiten der verschiedenen beteiligten Akteure klar definiert“, bekräftigten Zaccaria und Cortellessa.

Ein zentraler Aspekt, der sich aus dem Austausch ergab, betrifft die Notwendigkeit, feste Zeitpläne für die Instandhaltungsmaßnahmen zu gewährleisten und so eine einheitliche und homogene Verwaltung entlang des gesamten Wasserleitungsnetzes sicherzustellen. Das gemeinsame Ziel besteht darin, die derzeitige operative Zersplitterung zu überwinden, um koordinierte, geplante und kohärente Maßnahmen zwischen den verschiedenen beteiligten Behörden zu gewährleisten.

Cortellessa betonte zudem, dass es undenkbar sei, diese neue Maßnahme weiterhin nach den operativen Logiken der Vergangenheit zu verwalten, die im Laufe der Zeit zu einem fortschreitenden Abbau des Entwässerungssystems geführt und zur aktuellen kritischen Lage in Sinich beigetragen hätten.

GruppenfotoDie Techniker, die an der Koordinierungssitzung im Rathaus teilgenommen haben.Im Laufe der Sitzung wurde zudem ein detaillierter Überblick über die derzeit von den verschiedenen beteiligten Stellen durchgeführten Instandhaltungsmaßnahmen gegeben. Es wurde jedoch hervorgehoben, dass die begrenzte Instandhaltung und die mangelnde Koordination zwischen den zuständigen Stellen bisher keine voll wirksamen Ergebnisse ermöglicht haben, was die Notwendigkeit einer einheitlichen Leitung unterstreicht.

Zudem wurde betont, dass die verschiedenen Behörden oft nach eigenen Prioritäten und eigenständigen Zeitplänen arbeiten, was unvermeidliche Schwierigkeiten bei der Planung der Maßnahmen mit sich bringt. In der aktuellen Lage müssten beispielsweise fünf verschiedene Akteure am Corridoni-Kanal tätig werden, was zu kritischen Situationen aufgrund von Kompetenzüberschneidungen und dem Fehlen einer gemeinsamen Verwaltung führt.

Während der Präsentation wurde darauf hingewiesen, dass das  Bonifizierungskonsortiums Passer-Eisack-Mündung teil über einen Klassifizierungsplan verfügt, der im Hinblick auf die aktuelle territoriale und hydraulische Konfiguration mittlerweile veraltet ist. Das Dokument enthält noch einige Kanalabschnitte, die heute nicht mehr funktionsfähig oder außer Betrieb sind. Es wurde zudem hervorgehoben, dass die Verteilung der Zuständigkeiten oft uneinheitlich ist, mit einigen Lücken bei der Verwaltung punktueller Bauwerke und Überquerungen.

Zu den Hauptthemen gehörte vor allem die Notwendigkeit, die Steuerung der Instandhaltung zu vereinfachen und zu vereinheitlichen, und zwar durch die Einrichtung eines ständigen technischen Koordinierungsgremiums und die Benennung einer einzigen Stelle oder eines Koordinators für die laufende Verwaltung der Kanäle, vorbehaltlich einer Vereinbarung zwischen den Behörden und der Festlegung etwaiger Entschädigungen. Ziel ist es, eine integrierte und planmäßige Instandhaltung zu erreichen, die mehr Effizienz, schnelle Maßnahmen und klare Zuständigkeiten gewährleistet.

Im Laufe des Treffens wurden zudem die wichtigsten geplanten Maßnahmen vorgestellt, darunter Sanierungsarbeiten entlang des Katzensteinbachs und Maßnahmen am Corridoni-Kanalsystem. Besondere Aufmerksamkeit wurde der Überwachung des Grundwasserspiegels gewidmet, die als grundlegend angesehen wird, um die Wirksamkeit der durchgeführten Arbeiten im Laufe der Zeit zu überprüfen. Es ist die Implementierung automatisierter Messsysteme und eine kontinuierliche Überwachung in den Phasen vor, während und nach den Maßnahmen vorgesehen.

Im Laufe des Monats Juni sollen die Stadtwerke zudem eine Anschlussmaßnahme in der 24.-Mai-Straße durchführen, nachdem bei den Inspektionen am 25. Februar ein kritischer Punkt festgestellt wurde. Bei dieser Gelegenheit wurde eine Unstimmigkeit im Regenwasserableitungsnetz festgestellt: Vor dem Einlauf in den Freiberg-Ovoid ist keine Durchgängigkeit der Rohrleitung gegeben, sondern eine Unterbrechung von etwa 1,3 Metern auf Höhe des alten Kanals, mit möglichen Zuflüssen in das Grundwasser. Die Maßnahme zielt darauf ab, die hydraulische Kontinuität wiederherzustellen und den ordnungsgemäßen Abfluss des Wassers zu gewährleisten, um eventuelle Versickerungen in den Untergrund zu vermeiden.

Ebenfalls im Laufe des Monats Juni sind Videoinspektionen entlang der Rohrleitung vorgesehen, die den alten Anschluss Freiberg (ehemaliges Lazzari-Gebiet) ersetzt. Diese werden durch die von der Landesagentur für Landesdomäne durchgeführte Räumung oberhalb der Rohrleitung in der Tellinistraße ermöglicht, um Zugang zur Leitung zu erhalten.

Es wurde zudem hervorgehoben, dass der Gemeinderat mit der Genehmigung der Abschlussrechnung 2025 eine Zuweisung von 1 Million Euro für die Bewirtschaftung des Grundwasserspiegels von Sinich vorgesehen hat. Diese wird zur Finanzierung eines Teils der Ausführungsplanung der Maßnahmen zur Minderung der Auswirkungen des Grundwasserspiegels in diesem Gebiet verwendet.

Zudem wurde die Notwendigkeit bekräftigt, neue Vorschriften für künftige Bautätigkeiten im Gebiet in Sinich einzuführen, um weitere Eingriffe in das Grundwasser oder den Bau von Gebäuden mit zahlreichen Untergeschossen zu vermeiden. Es hat sich die Tendenz herauskristallisiert, künftige Maßnahmen von einer Prüfung der hydrogeologischen und hydraulischen Verträglichkeit abhängig zu machen. Obwohl die geltenden Vorschriften Grundwasserleiter derzeit nicht als Naturgefahren einstufen, wurde betont, dass die Gemeinde ihre Bauordnung dennoch ergänzen kann, indem sie die Verpflichtung vorsieht, die Verträglichkeit neuer Vorhaben mit dem heute bekannten Zustand der Grundwasserleiter zu prüfen.

In den kommenden Monaten wird ein detaillierterer operativer Vorschlag erarbeitet, einschließlich eines Entwurfs für eine Kooperationsvereinbarung zwischen allen beteiligten Akteuren, zu dessen Ausarbeitung sich Ratsmitglied Cortellessa verpflichtet hat und der anschließend den betroffenen Verwaltungen vorgelegt wird. Das Dokument wird die Grundlage für den künftigen Instandhaltungsplan und für eine gemeinsame Verwaltung des Wassernetzes bilden.

In der Zwischenzeit treffen sich am Donnerstag, den 21. Mai, der Vizebürgermeister Nerio Zaccaria und der Gemeinderat Tommaso Cortellessa in Bozen mit dem Landeshauptmann Arno Kompatscher, um eine Bestandsaufnahme des Standes der Maßnahmen vorzunehmen und einen Austausch auch über die Finanzierung der Wasserbauarbeiten zu beginnen, die im technisch-wirtschaftlichen Machbarkeitsplan – der sich in der Endphase befindet – vorgesehen sind und als strategisch wichtig für die Minderung der Auswirkungen des Grundwasserspiegels angesehen werden.

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Zuletzt aktualisiert: 19.05.2026, 12:41 Uhr

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