Dank eines Projekts, das von der Gemeinde Meran in Zusammenarbeit mit der Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt im Rahmen der PNRR-Maßnahme 1.3.1 „Befristete Unterbringung – Housing First“ entwickelt wurde, konnten im Laufe des Jahres 2025 22 Menschen in akuter Wohnungsnot in 13 kommunalen Unterkünften aufgenommen werden. Die Initiative zielt darauf ab, die Notlage von Obdachlosen zu lindern und durch qualifizierte sozialpädagogische Begleitung individuelle Wege zur sozialen Eingliederung, Selbstständigkeit und Wohnstabilität zu fördern.
Von links: Alice Bertoli, Florian Prinoth, Londric Sergiu, Alessandra Tasinato, Robert Vorhauser und Stefan Frötscher. Die Gemeinde Meran und die Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt haben ein wichtiges Projekt im Rahmen des Nationalen Plans für Wiederaufbau und Resilienz (PNRR) zum Abschluss gebracht, das der Unterstützung von Menschen gewidmet ist, die von Wohnungsverlust betroffen oder davon bedroht sind.
Die Initiative, die Teil der Maßnahmenlinie 1.3.1 „Befristete Unterbringung – Housing First“ ist, sah die Wohnvermittlung und die individuelle Begleitung von Menschen in prekären Lebenssituationen vor, gemäß den Kriterien der ETHOS-Klassifizierung für Situationen der Wohnausgrenzung.
Zur Umsetzung des Projekts stellte die Gemeinde Meran 13 Wohnungen aus kommunalem Bestand zur Verfügung, während die Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt die Betreuung und Unterstützung der Begünstigten übernahm. Zur Unterstützung der Aktivitäten wurde zudem ab Herbst 2024 ein professioneller Sozialpädagoge mit einer 75-Prozent-Stelle eingestellt.
Die im Sommer 2024 begonnenen Vorbereitungsarbeiten umfassten die Ermittlung potenzieller Begünstigter, die Erstellung der erforderlichen Unterlagen, die Festlegung individueller Projekte sowie die Bildung einer Arbeitsgruppe, die mit der Ausarbeitung eines Umsetzungskonzepts für die Villa Litauen beauftragt wurde. Der Einzug in die Wohnungen erfolgte in drei aufeinanderfolgenden Phasen: im Februar, Juni und September 2025.
Insgesamt konnten im Jahr 2025 im Rahmen des Projekts 22 Personen aufgenommen werden: fünf Familien, darunter fünf alleinerziehende Mütter mit einem oder zwei unterhaltsberechtigten Kindern (insgesamt sechs Minderjährige), ein Paar und neun Einzelpersonen, von denen viele eine zivilrechtliche Behinderung hatten. Vor der Aufnahme in das Projekt lebten drei Personen in Einrichtungen für Obdachlose, zwölf waren aufgrund der Kündigung ihres Mietvertrags unmittelbar vom Wohnungsverlust bedroht, während sieben aus verschiedenen Aufnahmeeinrichtungen kamen, in denen ihr Betreuungsweg kurz vor dem Abschluss stand.
„Der Zugang zu einer sicheren Wohnung ist der erste Schritt zum Aufbau nachhaltiger Wege der Inklusion und Selbstständigkeit. Dieses Projekt zeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Institutionen und lokalen Diensten ist, um den schutzbedürftigsten Menschen konkrete Hilfe anzubieten“, betont Robert Vorhauser, Koordinator des Dienstes für wohnortnahe Wohnbegleitung und der neuen „Housing First“-Wohnprojekte.
„Wohnen ist ein Grundrecht und bildet die unverzichtbare Voraussetzung für jeden Weg der sozialen Inklusion. Dank der Mittel aus dem PNRR und der engen Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde Meran, der Bezirksgemeinschaft Burgraviato, den lokalen Diensten und den Freiwilligenorganisationen ist es uns gelungen, Menschen und Familien, die sich in einer besonders prekären Wohnsituation befanden, eine konkrete Lösung anzubieten. Die ersten erzielten Ergebnisse zeigen, dass das 'Housing First'-Modell ein wirksames Instrument ist, um Selbstständigkeit, Würde und langfristige soziale Stabilität zu fördern“, betont der Stadtrat für Soziales der Stadtgemeinde Meran Stefan Frötscher.
Einen bedeutenden Beitrag leistete auch das lokale Vereinswesen. Die Wohnungen wurden dank des direkten Engagements der Familien und der Unterstützung der Vinzenzkonferenz und der Vereins „Helfende Hände“ eingerichtet, die kostenlos gebrauchte Möbel zur Verfügung stellten, wodurch die Einrichtungskosten gering gehalten werden konnten.
Um eine langfristige Wohnstabilität zu fördern, werden die betroffenen Personen und Familien weiterhin im Rahmen eines integrierten Begleitprogramms betreut, an dem der Sozialsprengel und sanitäre Fachdienste wie etwa das Zentrum für psychische Gesundheit und der Dienst für Abhängigkeitserkrankungen beteiligt sind. Ziel ist es, die persönliche Selbstständigkeit, die sozialen Kompetenzen und die Fähigkeit der Begünstigten zum wirtschaftlichen Umgang mit ihren finanziellen Mitteln zu stärken.
Erste positive Ergebnisse sind bereits greifbar: Im Juli 2026 schloss eine Familie das Programm erfolgreich ab und bezog eine Mietwohnung auf dem privaten Wohnungsmarkt, während für zwei weitere Familien die Mietverträge in dauerhafte Wohnlösungen umgewandelt wurden.
Das Projekt bestätigt das Engagement der Stadtgemeinde Meran und der Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt bei der Förderung innovativer Wohnpolitiken und Maßnahmen zur sozialen Inklusion, die den schutzbedürftigsten Menschen in der Region konkrete Chancen bieten.
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