Städtische Wiederbelebung des Handels: Stadtregierung und Confesercenti ziehen am selben Strang

Die Meraner Stadtregierung hat sich der von Confesercenti auf nationaler Ebene initiierten Unterschriftenaktion zur Unterstützung des Volksgesetzesvorschlags „Maßnahmen zur städtischen Wiederbelebung des Handels und der wohnortnahen Dienstleistungen" angeschlossen.

Veröffentlichungsdatum:

27.08.2026

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Die Meraner Stadtregierung hat sich der von Confesercenti auf nationaler Ebene initiierten Unterschriftenaktion zur Unterstützung des Volksgesetzesvorschlags „Maßnahmen zur städtischen Wiederbelebung des Handels und der wohnortnahen Dienstleistungen" angeschlossen. Die Unterzeichnung erfolgte am Dienstagmorgen (25. August) im Rahmen eines Treffens im Rathaus mit dem Direktor von Confesercenti Südtirol, Mirco Benetello. Bei dieser Gelegenheit wurden die zentralen Themen der Initiative vertieft: die fortschreitende Verödung der Handelslandschaft, der Verlust wohnortnaher Dienstleistungen sowie die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung von Geschäften, Gastronomiebetrieben und anderen Unternehmen in den Stadtvierteln und Stadtzentren.

GruppenfotoVon links: Stadträtin Antonella Costanzo, Stadtrat Daniele Di Lucrezia, der Direktor von Confesercenti Südtirol Mirco Benetello, Stadträtin Barbara Hölzl, Vizebürgermeister Nerio Zaccaria und Bürgermeisterin Katharina Zeller."Mit der Unterstützung dieses Vorschlags erkennen wir die Bedeutung des Handels und der Dienstleistungen in unmittelbarer Wohnortnähe für das tägliche Leben in unserer Stadt an. Die Betriebe sind nicht nur ein wirtschaftlicher Faktor, sondern tragen auch zur Belebung des städtischen Raums, zur Qualität des gesellschaftlichen Miteinanders und zum Sicherheitsgefühl bei. Deshalb ist es wichtig, Instrumente zu fördern, welche die Gewerbetreibenden unterstützen und eine ausgewogene Entwicklung unserer Stadt ermöglichen", erklärte Bürgermeisterin Katharina Zeller.

Der von Confesercenti eingebrachte Vorschlag zielt auf die Ausarbeitung einer nationalen Strategie gegen den zunehmenden Rückgang des stationären Handels ab. Sein innovativstes Element ist die Einrichtung sogenannter Sonderwirtschaftszonen für Nahversorgung, kurz ZESpro. Dabei handelt es sich um städtische oder stadtrandnahe Gebiete, die von den Regionen und autonomen Provinzen ausgewiesen werden könnten, um gezielte Programme zur Wiederbelebung wohnortnaher Betriebe umzusetzen.

Innerhalb dieser Zonen wären steuerliche Vergünstigungen, finanzielle Fördermaßnahmen und vereinfachte Verwaltungsverfahren vorgesehen – unter Einhaltung der europäischen Bestimmungen über staatliche Beihilfen. Der Gesetzestext sieht außerdem Anreize zur Unterstützung bestehender Geschäfte und zur Förderung von Neueröffnungen sowie Maßnahmen vor, um das Wettbewerbsungleichgewicht gegenüber den großen Akteuren des Onlinehandels zu verringern.

„Die Unterschriften von Bürgermeisterin Zeller und den Mitgliedern der Stadtregierung sind ein wichtiges Zeichen der Aufmerksamkeit gegenüber den Unternehmen und der gesamten Meraner Bevölkerung“, betonte der Direktor von Confesercenti Südtirol, Mirco Benetello. „Ein geöffnetes Geschäft schafft nicht nur Umsatz und Arbeitsplätze: Es bietet Dienstleistungen, belebt und sichert eine Straße, fördert zwischenmenschliche Beziehungen und erhöht die Attraktivität eines Stadtviertels. Deshalb fordern wir, dass der Handel und die wohnortnahen Dienstleistungen als unverzichtbare wirtschaftliche und soziale Infrastruktur anerkannt werden.“

Zu den weiteren Säulen des Vorschlags zählen die Ausarbeitung eines nationalen Plans zur städtischen Wiederbelebung des Handels, die Einrichtung eines Fonds zur Finanzierung der vorgesehenen Maßnahmen sowie die Schaffung einer nationalen Beobachtungsstelle beim Ministerium für Unternehmen und Made in Italy. Diese soll die Entwicklung laufend beobachten und die Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen bewerten.

Im Gespräch mit der Bürgermeisterin und den Mitgliedern der Stadtregierung hob Benetello hervor, dass die fortschreitende Ausdünnung des Handelsnetzes Folgen habe, die weit über den rein wirtschaftlichen Bereich hinausgingen. Das Verschwinden von Geschäften verringere die Zahl der verfügbaren Dienstleistungen für die Bevölkerung und insbesondere für ältere Menschen, schwäche das gesellschaftliche Miteinander, mindere die Attraktivität der Stadtviertel und könne das Gefühl der Unsicherheit verstärken.

„Die Unterstützung durch die Meraner Stadtverwaltung stärkt eine Mobilisierung, die uns alle betrifft und nicht nur die Unternehmerinnen und Unternehmer. Den wohnortnahen Handel zu schützen bedeutet, sich für lebendigere, sicherere und besser zugängliche Städte zu entscheiden, die Arbeit und Wohlstand vor Ort schaffen und verteilen. Nun gilt es, die Unterschriftensammlung fortzusetzen und diese Aufmerksamkeit in eine konkrete Antwort der nationalen Institutionen zu überführen", so Benetello abschließend.

„Meran weiß um die Bedeutung eines ausgewogenen Verhältnisses zwischen Attraktivität, Lebensqualität und dem Vorhandensein gut zugänglicher Dienstleistungen“, ergänzte Zeller. „Der Dialog mit den Wirtschaftsverbänden ist entscheidend, um die Bedürfnisse der Unternehmen zu verstehen und Lösungen zu entwickeln, die wirtschaftliche Entwicklung, urbane Qualität und gesellschaftlichen Zusammenhalt miteinander verbinden.“

Ziel der nationalen Kampagne der Confesercenti ist es, mindestens 50.000 Unterschriften zu sammeln, damit der Gesetzesvorschlag dem Parlament zur Überprüfung vorgelegt werden kann. Bis zum 24. August wurden bereits mehr als 43.600 Unterschriften gesammelt. Unterstützt werden kann die Initiative online über das Portal des Justizministeriums mithilfe von SPID, elektronischer Identitätskarte oder Bürgerkarte Südtirol/Gesundheitskarte. Alternativ kann auf den in den Sammelstellen aufliegenden Papierformularen unterschrieben werden.

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Zuletzt aktualisiert: 27.08.2026, 10:12 Uhr

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