Eine Delegation von 28 Studierenden der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf in Freising bei München war kürzlich zu Gast in Meran. Begleitet vom renommierten Landschaftsarchitekten, Professor Tilman Latz, und der aus Meran stammenden Professorin Sonia Gantioler wurden den angehenden Landschaftsplaner*innen die Besonderheiten der Landschafts- und Stadtplanung in der Gartenstadt nahe gebracht.
Von links: Nicole Taber (Dienststelle für Grünanlagen und Umwelt), Architektin Rosa Sagmeister, Professor Tilman Latz, Professorin Sonia Gantioler, Ingenieurin Ruth Lochmann, Koordinatorin des Projekts JUSTNature, und Anni Schwarz.Die langjährige Direktorin der Stadtgärtnerei Meran Anni Schwarz hat die Nachwuchsplaner*innen bei der Besichtigung begleitet und die vorausschauende Planung im Meran der Jahrhundertwende aufgezeigt. Den Promenadennnetzen und der Grünplanung wurde zu dieser Zeit dieselbe Wichtigkeit wie der Bebauung zugesprochen, weshalb Meran heute international einen Ruf als schöne Gartenstadt genießt. Der alte Baumbestand ist bis heute die wertvollste Kühlung der Stadt in den heißen Sommermonaten.
Von der modernen Stadtplanung wurde die Öffnungen zur Passer und das gemeinsam mit den Anwohner*innen geplante Projekt „Garten für alle“ am Winkelweg besichtigt.
Die Landschaftsarchitektin Rosa Sagmeister von In.ge.na stellte dem bayrischen Nachwuchs an Landschaftsbauer*innen, Landschaftsarchitekt*innen und Klimamanager*innen den partizipativen und den Planungsprozess des mit JUSTNature finanzierten Projektes vor.
Der „Garten für alle“ ist ein Vorzeigebeispiel für eine kleine öffentliche Grünfläche, deren Aufwertung und Gestaltung nach den Bedürfnissen der Bewohnerinnen und Bewohner, sowie deren starker Fokus auf Biodiveristät und hitzeresistenter Bepflanzung eine ganze Nachbarschaft bereichern kann. Wasser zum Erfrischen, Beerensträucher zum Naschen und öffentliche Hochbeete für Gemüse und Kräuter, machen die Grünfläche zu einer Oase im Öffentlichen Raum und wertvollen Teil für den grünen Korridor für Bestäuber und Kleintiere in der Stadt. Kleine aber hochwertige Grünflächen in der unmittelbaren Nähe der Menschen sind eine große Bereicherung in der Stadt und werden nach diesem gelungenen Versuch in Meran immer öfter umgesetzt werden. Nach diesem Besuch wohl nicht mehr nur in Meran.
„Der Besuch der Delegation der Universität Weihenstephan-Triesdorf ist für Meran eine wichtige Anerkennung der Arbeit, die in den letzten Jahren in den Bereichen Stadtqualität, Nachhaltigkeit und Anpassung an den Klimawandel geleistet wurde“, erklärt die Umweltreferentin Antonella Costanzo. „Unser Grünbestand, der das Ergebnis einer bereits vor über einem Jahrhundert entwickelten weitsichtigen Vision ist, stellt heute eine grundlegende Ressource für das Wohlbefinden der Bürgerinnen und Bürger dar. Projekte wie der Garten für alle zeigen, wie auch kleine Sanierungsmaßnahmen große ökologische und soziale Vorteile mit sich bringen können, indem sie die Biodiversität, die Beteiligung der Gemeinschaft und die Widerstandsfähigkeit des Gebiets fördern. Wir sind stolz darauf, dass diese bewährten Praktiken auch über die lokalen Grenzen hinaus als Inspirationsquelle dienen können."
Die Exkursion führte die Studierenden außerdem nach Trauttmansdorff, zur Stadtplanungsabteilung in Bozen und auf eine Entdeckungsreise mit dem Rad in den Vinschgau.
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