Im Rahmen der Sitzung des Gemeinderats vom Mittwoch, dem 23. September stellten Ingenieur Corrado Lucarelli, Ingenieur Wolfgang Helfer, der Geologe Ambrogio Dessì und Nikolaus Mittermair, Leiter des Amtes für Straßen, Infrastruktur und Geologie, dem Stadtparlament den technisch-wirtschaftlichen Machbarkeitsplan für die Wasserbauarbeiten vor, die zur Milderung der Auswirkungen des Grundwasserspiegels von Sinich geplant sind (siehe Aufzeichnung der Sitzung).
Einstimmig genehmigt wurde dann ein Beschlussantrag der Ratsfraktion VERDI.GRÜNE.VËRC STADTLISTE MERAN. LA LISTA MERANO bezüglich der Entsiegelungstrategie und Maßnahmen gegen städtische Hitzeinseln in Meran. Dadurch wurde Bürgermeisterin Katharina Zeller dazu beauftragt:
- im Einklang mit dem Klimaplan Südtirol 2040 und dem SECAP-Plan der Stadtgemeinde Meran 2020–2030 innerhalb 2028 einen verbindlichen kommunalen Entsiegelungsplan zu erarbeiten, der neben dem Sandplatz weitere geeignete versiegelte Flächen im Stadtgebiet und allen Stadtvierteln identifiziert und schrittweise für Entsiegelung und Begrünung vorsieht, unter Nutzung der Checklisten und Planungsinstrumente des Handbuchs des Landes Südtirol sowie unter Einhaltung der Verpflichtungen gemäß Art. 10 DLH 31/2018;
- die zuständigen Vertreter*innen der Landesabteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung als Herausgeber des Handbuchs zur Bodenentsiegelung in den Gemeinderat einzuladen, um das Handbuch den Gemeinderät*innen vorzustellen und konkrete Anwendungsmöglichkeiten für Meran zu erläutern;
- die Möglichkeit eines Beitritts der Stadtgemeinde Meran zum EU-Projekt Biofear zu prüfen, das Depaving-Maßnahmen in Schulhöfen und Spielflächen erprobt und das, nach dem Vorbild Genuas, als Einstieg in eine systematische kommunale Entsiegelungsstrategie genutzt werden kann. Anknüpfungspunkt ist dabei die bereits erfolgreich erprobte Zusammenarbeit mit AmUm am Schulhof der Grundschule Deflorian;
- innerhalb der nächsten drei Jahre (bis Ende 2028) die Neuplanung des Sandplatzes in Angriff zu nehmen. Dabei soll ein offener Planungsprozess unter Einbindung von Bevölkerung, Fachleuten und Umweltorganisationen eingeleitet werden, der die teilweise Entsiegelung der Platzfläche, die Pflanzung von Stadtbäumen sowie die Schaffung wasserdurchlässiger Bereiche zum Ziel hat, unter Nutzung der im Handbuch des Landes Südtirol zur Bodenentsiegelung empfohlenen Maßnahmenkombination;
- im Rahmen dieses Planungsprozesses ein Klimagutachten zum Hitzeinseleffekt am Sandplatz in Auftrag zu geben, das den Ist-Zustand erhebt und konkrete Maßnahmen zur Kühlung, Beschattung und Wasserversickerung empfiehlt;
- bei der Neuplanung des Sandplatzes partizipative Formate, Bürger*innenbeteiligung, Einbindung von Umweltgruppen usw. verbindlich einzuplanen, damit die Neugestaltung sowohl klimawirksam als auch von den Bürger*innen mitgetragen ist;
- dem Gemeinderat Ende 2027 einen Zwischenbericht über die eingeleiteten Schritte zur Entsiegelung des Sandplatzes und zur kommunalen Entsiegelungsstrategie vorzulegen.